Deutsche Börse startet Venture Network

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Die Deutsche Börse hat ihre vorbörsliche Plattform Deutsche Börse Venture Network eröffnet. Ziel der Initiative ist es, die in Deutschland bestehenden Defizite in der Wachstumsfinanzierung auszugleichen. Dies soll durch ein umfangreiches Service-Angebot in den Bereichen Networking, Matching und Training für Investoren und Unternehmen geschehen. Zum Start zählt das Netzwerk bereits 27 Startups und 42 Investoren.

Voraussetzung für die Aufnahme eines Startups in das Venture Network ist die Erfüllung von drei der folgenden sechs Kriterien:

  1. Finanzierung und Unternehmenswert: Innerhalb der letzten zwei Jahre wurden Finanzierungsmittel in Höhe von über 10 Mio. € akquiriert und der Unternehmenswert liegt bei über 20 Mio. € (basierend auf der letzten Finanzierungsrunde).
  2. Umsatz: über 10 Mio. € p.a.
  3. Umsatzwachstum: über 30 Prozent (CAGR) in den letzten zwei Jahren
  4. jährlicher Nettogewinn: über 500.000 €
  5. haftendes Eigenkapital: über 5 Mio. € – Geschäftstätigkeit des Unternehmens seit mind. zwei Jahren
  6. Nominierung durch einen Lead Investor

Damit scheiden alle Startups aus, die sich noch in der Seed oder Early Stage befinden. Relevant ist das Programm aber für Startups in der Later Stage- oder Pre-IPO-Phase.

Vielen dürfte das Angebot der Deutschen Börse nicht weit genug gehen. Aus der Wirtschaft wurde in letzter Zeit die Forderung nach einem neuen Börsensegment für Wachstumsunternehmen zunehmend lauter. Allerdings stecken der Deutschen Börse noch die schlechten Erfahrungen mit dem Börsensegment „Neuer Markt“ tief in den Gliedern. Als die Dotcom-Blase platzte und die dort gehandelten Aktien erheblich an Wert verloren, wurde der Neue Markt am 5. Juni 2003 geschlossen. Daher konnte sich die Deutsche Börse gegenwärtig nur zu einer vorbörslichen Plattform durchringen. Die Deutsche Börse betont jedoch, dass das Netzwerk Startups auch bei der Vorbereitung eines Börsengangs helfen kann. Letztlich sei aber jedes teilnehmende Unternehmen vollkommen frei in der Wahl seiner Finanzierung.

Quelle: http://www.venture-network.com

Christine Funk ist Rechtsanwältin bei P+P Pöllath + Partners in Frankfurt am Main. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört Venture Capital, M&A / Private Equity und Gesellschaftsrecht.

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