Was ist „FinTech“?

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Das Interesse der Wirtschaft an „FinTech“ wächst stetig. Ausgelöst wurde dies durch die positiven Meldungen vor allem aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Dort hatten sich die Investitionen in FinTech-Unternehmen seit 2008 vervielfacht. Besonders anschaulich zeigt sich das Wachstum dieser zuvor kaum bekannten Branche in der Studie von accenture „The Boom in Global FinTech Investment„. London und New York spielen dabei eine bedeutende Rolle. So entfallen mehr als die Hälfte aller europäischen FinTech-Investments auf Londoner FinTechs.

Nur allzu gerne möchten auch deutsche Startups an diesem Boom teilhaben. Aber wann gehört ein Startup zu dem so begehrten Kreis der FinTech-Unternehmen? Wikipedia klärt auf, dass „FinTech“ eine Abkürzung für Finanztechnologie ist und Unternehmen beschreibt, die Finanzdienstleistungen unter Zuhilfenahme moderner Technologien anbieten. Unter diese Definition fällt eine Vielzahl von möglichen Tätigkeitsfeldern. Eine Annäherung an den Begriff ist daher nur über Fallgruppen möglich. Die nachfolgende Grafik macht den Versuch einer Eingrenzung:

Uebersicht_FinTechs
Ein Beispiel für ein FinTech im Zahlungsbereich ist payleven. Das FinTech bietet Unternehmern die Möglichkeit EC- und Kreditkartenzahlungen via Smartphone oder Tablet unter Zuhilfenahme eines Kartenlesers abzuwickeln.

Im Anlagebereich kann Vaamo beispielhaft genannt werden. Vaamo möchte die Geldanlage vereinfachen und von zuhause auf der Coach mit nur drei Klicks ermöglichen.

Im Kreditbereich findet sich etwa Lendico. Lendico ermöglicht Kredite zwischen Privaten (sog. Peer-to-Peer Kredite) ohne Umweg über eine Bank.

Ein Beispiel für den übergreifenden Bereich, also den Bereich, der Elemente der drei zuvor genannten Tätigkeitsfelder verbindet oder diese durch Zusatzfunktionen unterstützt ist zum Beispiel numbrs. Mit Hilfe von numbrs ist es möglich mehrere Bankkonten in einer einzigen App zu verwalten und erlaubt es somit Zahlungen, Geldanlagen und Kredite im Blick zu behalten. Anhand der Daten macht die App Prognosen betreffend die Entwicklung des Kontostandes.

Teilweise werden ergänzend auch Anbieter von neuartigen Versicherungsmodellen als FinTechs bezeichnet. Ein Beispiel ist friendsurance. Geschäftsmodel ist der Zusammenschluss mehrerer Versicherungsnehmer zu einer Gruppe. Bagatellschäden werden aus einem gemeinsamen Topf gezahlt. Passiert kein Schaden, erhalten die Versicherungsnehmer ihren Anteil aus dem Topf wieder.

Wer weitere Übersichten sucht, ist mit der Inforgrafik von friendsurance und der Mindmap von André M. Bajorat bestens bedient.

Christine Funk ist Rechtsanwältin bei P+P Pöllath + Partners in Frankfurt am Main. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört Venture Capital, M&A / Private Equity und Gesellschaftsrecht.

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