„Disrupt or be disrupted“

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Marc Beise und Ulrich Schäfer widmen sich im Samstagsessay der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Die Zerstörer“ dem Begriff „Disruption“.

Nach der Definition von Wikipedia ist eine Technologie dann disruptiv, wenn sie eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung vollständig verdrängt. Bestes Beispiel sind Digitalkameras, die Kleinbildkameras aus dem Markt gedrängt haben. Unternehmen wie Agfa, die darauf nicht vorbereitet waren, wurden von der neuen Technologie überrannt und mussten Insolvenz anmelden.

Ist FinTech eine disruptive Technologie? Oftmals wird das behauptet. Es mehren sich jedoch die Stimmen, die Kooperationen zwischen FinTechs und Banken für aussichtsreicher erachten. Warum möchten FinTechs dennoch so gerne disruptiv sein? Eine Antwort auf diese Frage kann der Artikel von Beis/Schäfer geben. Offenbar kommt der Trend aus dem Silicon Valley. Der Wille disruptiv zu sein, findet sich dort nicht nur bei FinTechs-Unternehmern sondern hat alle ergriffen. Man will eben nicht nur etwas Neues erschaffen, sondern die Welt verändern und dabei die Konkurrenten aus dem Markt kegeln. Am Ende kommen Beis/Schäfer zu dem Ergebnis: „Die Welt, in der wir leben und arbeiten, wird künftig sehr anders sein. Faszinierend anders. Und beängstigend anders.“

Übrigens, der Begriff „disruptive Technologie“ geht auf Clayton M. Christensen zurück, der in seinem Buch „The Innovator’s Dilemma“ um diesen Begriff herum eine Management-Strategie entwickelte. Diese blieb nicht unumstritten. Kritisiert wird sie beispielsweise von der Harvard-Professorin Jill Lepore. Einen guten Überblick über ihre Kritikpunkte gibt Ferdinand Knauß in seinem Artikel „Innovationen sind nicht zerstörerisch“. Demnach soll durch den Begriff „disruptive Technologie“ nur Angst geschürt werden. „Es taugt dadurch als Peitsche in der Hand derjenigen, die ein Interesse daran haben, zum Innovieren anzutreiben.“

Christine Funk ist Rechtsanwältin bei P+P Pöllath + Partners in Frankfurt am Main. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört Venture Capital, M&A / Private Equity und Gesellschaftsrecht.

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