Die Börsen-Zeitung vom 25.03.2015 und die DVFA berichten über das 1. DVFA FinTech Forum. Aus dem mitgeteilten Beitrag des Keynote Speakers Matthias Hübner (Partner der Managementberatungsgesellschaft Oliver Wyman) lassen sich zwei Empfehlungen ableiten:
1. FinTechs sollten sich mehr auf das B2B-Geschäft konzentrieren
FinTechs mit Fokus auf B2C-Geschäft kämpfen laut Hübner mit hohen Investitionskosten. So belaufen sich bei Direktbanken die Kosten pro Neukunde auf EUR 200 bis 300.
2. Banken und FinTechs sollten kooperieren
Der disruptive Weg ist ein Irrweg. Nach Hübner besitzen Banken und FinTechs „komplementäre Stärken“. Banken verfügen sowohl über bestehende Kundenbeziehungen als auch über eine Banklizenz, während FinTechs durch kundenorientierte Innovationen glänzen. Hübner empfiehlt Banken und FinTechs Kooperationen zu schließen. Diese könnte sich so gestalten, dass die Banken über Schnittstellen die Produkte der FinTechs einbinden. Hübner spricht hier von „FinTech-Satelliten“. Umgekehrt benötigen FinTechs, wenn sie Finanzdienstleistungen und Bankgeschäfte anbieten wollen, aber keine Banklizenz haben, eine Bank, die diese Dienstleistungen erbringen darf.
Praktische Umsetzung
Rechtlich können die vorgeschlagenen Kooperationen durch (gegenseitige) White-Label-Verträge umgesetzt werden. Die Besonderheit beim White Labeling liegt darin, dass nach außen das Branding nur einer Partei in Erscheinung tritt, während die andere Partei unter fremdem Branding eine Dienstleistung erbringt. Wenn etwa eine Bank sich IT-Leistungen eines FinTechs einkauft und diese als Teil ihres Produkts dem Kunden unter ihrem Namen und ihrem Logo (unter Nennung des FinTechs im Kleingedruckten) anbietet, bleibt beim Kunden das „look and feel“ einer traditionellen Bank erhalten.