Wo sind die InsuranceTechs?

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Man mag darüber streiten, ob Versicherungsunternehmen noch als FinTech einzustufen sind oder ob sie eine eigene Katagorie „InsuranceTech“ bilden. Tatsache ist jedoch, dass es nur sehr wenige innovative Startups im Bereich des Versicherungswesens gibt. Bernhard Lunn hat dazu einen Beitrag unter dem Titel „Fintech 1,000 Shows Few InsuranceTech Startups – For Now“ geschrieben, der auf einem Gespräch mit Rick Huckstep beruht.

Nach einer Statistik der Insurance Europe, dem Dachverband der nationalen Verbände der Versicherungsunternehmen Europas, betragen die durchschnittlichen Ausgaben jedes Deutschen für Versicherungen pro Jahr rund EUR 2.284 (Stand: 2013). Hochgerechnet hat der Deutsche Versicherungsmarkt damit ein Volumen von EUR 187 Milliarden. Rick Huckstep ist der Ansicht, dass angesichts des Verhältnisses des weltweiten Versicherungsmarktes zum Finanzdienstleistungsmarkt jedes vierte FinTech aus dem Bereich Versicherungen kommen müsste. Betrachtet man einmal den Überblick von André M. Bajorat über die Deutschen FinTechs, so stellt man fest, dass tatsächlich nur etwa jedes elfte deutsche FinTech-Unternehmen im Versicherungsbereich tätig ist. Es ist also noch viel Luft nach oben.

Woran liegt es, dass InsuranceTech so selten anzutreffen ist? Die Insurance Europe hat in ihrer Publikation „Why insurers differ from banks“ (Kurzversion) die systemischen Unterschiede zwischen Banken und Versicherungen herausgearbeitet. An der Regulatorik kann es jedenfalls nicht liegen, dass InsuranceTechs nicht so recht durchstarten wollen. Denn die Regulierung der Versicherungen ist der der Banken gar nicht so unähnlich. Und diese hat auch klassische FinTechs nicht von ihrer Unternehmung abgehalten. Bernhard Lunn erwartet daher, dass InsuranceTechs in den nächsten Jahren verstärkt gegründet werden. Seiner Ansicht nach werden insbesondere solche Unternehmer auf InsuranceTech aufspringen, die den Zug für klassisches FinTech haben abfahren lassen. Wir können also gespannt sein.

Christine Funk ist Rechtsanwältin bei P+P Pöllath + Partners in Frankfurt am Main. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört Venture Capital, M&A / Private Equity und Gesellschaftsrecht.

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